Lambda/4 erklärt: Warum 17,3 cm bei 433 MHz?

technik 7 Min. Lesezeit

Die Physik hinter der perfekten Antennenlänge

17,3 Zentimeter. Das ist die ideale Länge für eine Antenne bei 433 MHz. Kein Zufall, keine Magie – reine Physik. Aber wie kommt man auf diese Zahl?

Die Antwort liegt im griechischen Buchstaben Lambda (λ)¹ und einer eleganten Gleichung, die Lichtgeschwindigkeit, Frequenz und Wellenlänge verbindet.

Die magische Formel

Elektromagnetische Wellen – ob Licht, Radiowellen oder Mikrowellen – breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus:

c = 299.792.458 m/s (gerundet: 300.000 km/s)

Die Wellenlänge hängt von der Frequenz ab:

λ = c / f

λ = c / f Wellenlänge = Lichtgeschwindigkeit / Frequenz λ in Metern c ≈ 3×10⁸ m/s f in Hertz

Setzen wir 433 MHz ein:

λ = 300.000.000 m/s ÷ 433.000.000 Hz = 0,693 m = 69,3 cm

Die vollständige Wellenlänge bei 433 MHz beträgt also etwa 69 Zentimeter.

Warum ein Viertel?

Eine Antenne muss nicht die volle Wellenlänge haben. Durch elektromagnetische Resonanz² funktionieren auch Bruchteile:

Antennentyp Länge Eigenschaften
λ (Vollwelle) 69,3 cm Selten praktisch
λ/2 (Halbwelle) 34,6 cm Dipol-Standard
λ/4 (Viertelwelle) 17,3 cm Praktisch, effizient
λ/8 (Achtelwelle) 8,7 cm Kompakt, weniger effizient

Die λ/4-Antenne³ ist der Sweet Spot: kurz genug für praktische Anwendungen, lang genug für gute Effizienz.

Warum funktioniert λ/4?

Eine λ/4-Antenne braucht einen Trick: Sie nutzt die Erde oder eine Massefläche (Groundplane) als “Spiegel”. Elektromagnetisch gesehen “sieht” die Antenne ihr Spiegelbild und verhält sich wie eine λ/2-Antenne.

λ/4-Antenne mit Groundplane Groundplane (Masse) λ/4 = 17,3 cm Virtuelles Spiegelbild Abstrahlmuster Die Groundplane spiegelt die Antenne virtuell nach unten

Das ist der Grund, warum Handfunkgeräte oft besser funktionieren, wenn man sie hält – die Hand und der Körper bilden die Groundplane.

Berechnung für andere Frequenzen

Die Formel lässt sich für jede Frequenz anwenden:

Frequenz Anwendung λ λ/4
27 MHz CB-Funk 11,1 m 2,78 m
145 MHz 2m-Amateurfunk 2,07 m 51,7 cm
433 MHz ISM-Band 69,3 cm 17,3 cm
868 MHz LoRa, IoT 34,6 cm 8,6 cm
2,4 GHz WLAN 12,5 cm 3,1 cm

Je höher die Frequenz, desto kürzer die Antenne. Deshalb sind WLAN-Antennen so kompakt, während CB-Funk-Antennen meterlang sind.

Der Verkürzungsfaktor

In der Praxis ist eine Antenne etwas kürzer als die berechnete Länge. Der Grund: Elektromagnetische Wellen bewegen sich in einem Leiter langsamer als im Vakuum.

Der Verkürzungsfaktor liegt typischerweise bei 0,95:

Praktische λ/4-Länge bei 433 MHz:
17,3 cm × 0,95 = 16,4 cm

Viele 433-MHz-Antennen sind daher 16-17 cm lang – nicht exakt 17,3 cm.

Warum 433 MHz so beliebt ist

433,92 MHz liegt im ISM-Band (Industrial, Scientific, Medical) – ein lizenzfreier Frequenzbereich. Hier darf jeder senden, solange bestimmte Leistungsgrenzen eingehalten werden.

Was alles auf 433 MHz funkt:

  • Garagentor-Öffner
  • Autoschlüssel (mit Rolling Code)
  • Funkthermometer und Wetterstationen
  • Babyphones
  • Funkklingeln
  • IoT-Sensoren

Die λ/4-Antenne von 17,3 cm ist dabei praktisch genug für Handsender und trotzdem effizient.

Antenne selbst bauen

Eine einfache λ/4-Antenne für 433 MHz kannst du in Minuten bauen:

Material:

  • Ein Stück Draht (Kupfer oder Stahl), etwa 17 cm
  • Ein BNC- oder SMA-Stecker
  • Optional: Groundplane aus 4 weiteren Drähten

Aufbau:

  1. Draht auf 16,5 cm kürzen (mit Verkürzungsfaktor)
  2. Am Mittelleiter des Steckers anlöten
  3. Für bessere Performance: 4 Drähte als Groundplane im 45°-Winkel am Steckergehäuse befestigen
DIY λ/4-Groundplane-Antenne BNC 16,5 cm 4× Radials je ~17 cm, 45° Einfache Groundplane-Antenne für 433 MHz

Diese simple Konstruktion übertrifft oft die mitgelieferten Stummelantennen deutlich.

Die 17,3-Koinzidenz

Dass λ/4 bei 433 MHz ausgerechnet 17,3 cm ergibt, ist natürlich Zufall. Oder ist es das?

In “Die Zeit-Energie-Verschwörung” wird diese Koinzidenz zum Ausgangspunkt einer Obsession. Marcus, der Protagonist, entdeckt die Zahl 17,3 überall – in Frequenzen, Antennenlängen, Zeitstempeln. Was als physikalische Berechnung beginnt, wird zum Muster, das alles durchzieht.

Die Physik sagt: Es ist eine mathematische Konsequenz der gewählten Frequenz.

Marcus würde sagen: Es ist ein Hinweis auf etwas Größeres.

Wer hat recht? Das musst du selbst entscheiden.

Praktische Tipps

  1. Präzision zählt: Schon 5 mm Abweichung verschlechtern die Performance merklich
  2. Material ist egal: Kupfer, Stahl, sogar Büroklammern funktionieren
  3. Groundplane hilft: Vier Radials im 45°-Winkel verbessern die Abstrahlung
  4. Höhe ist Reichweite: Je höher die Antenne, desto besser die Ausbreitung
  5. SWR messen: Mit einem SWR-Meter kannst du die optimale Länge finden

Fazit

Die λ/4-Formel ist elegant und praktisch:

Antennenlänge (cm) = 7500 / Frequenz (MHz)

Für 433 MHz: 7500 ÷ 433 = 17,3 cm

Diese einfache Berechnung steckt hinter jeder Funkantenne – vom Garagentor-Öffner bis zum Weltraumteleskop. Die Physik ist dieselbe, nur die Dimensionen ändern sich.

Und wenn du das nächste Mal einen 17 cm langen Draht siehst, weißt du: Das ist keine Antenne – das ist ein Fenster zum 433-MHz-Universum.


Weiterführende Artikel: Antennen-Grundlagen | Das 433 MHz ISM-Band

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